Gustav Mahlers Werke waren nicht nur zu seiner Zeit herausragend und bedeutend für die Musikwelt, seit einigen Jahrzehnten gehören die Stücke des Österreichers auch hierzulande zum Standartrepertoire. Zu seinen großen Erfolgen zählt zum einem in München die Uraufführung der 4. Sinfonie und zum anderem seine 8. Sinfonie die 1910 ebenfalls uraufgeführt wurde. Die Inszenierung wurde zum Großaufgebot von Sängern und Musikern und bestach zum einem durch eine ausgeprägte Leidenschaft und Ekstase, zum anderem durch eine persönliche Innigkeit. Diese Inszenierung, die auch als Sinfonie der tausend beschrieben wird, gilt als einer seiner größten Erfolge als Komponist.

Bedeutend ist auch der Zyklus der sogenannten Kindertotenlieder. Mahler komponierte sie nach den gleichnamigen Gedichten Friedrich Rückerts. Er vertonte fünf der zahlreichen Gedichte, die Rückert nach dem Tod zwei seiner Kinder verfasste. Da auch Mahler früh mit dem Tod von insgesamt sechs seiner Geschwister konfrontiert war, konnte er die Trauer und den Verlust um Kinder gut nachempfinden. Dass er nur drei Jahre später selbst eine Tochter verlieren würde ahnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Insgesamt zählt die Reihe seiner zehn Sinfonien mit jeweiligen Liederzyklen zu einer bedeutenden Wende in der Musik. Mahlers Werke sind immer von Gegensätzen geprägt, er provozierte mit Stilbrüchen und pendelte stets zwischen der Welt des übersinnlichen und der irdisch, bodenständigen Welt. Zentrales Thema seiner Kompositionen war immer die starke Trennung zwischen der gesellschaftlichen Wirklichkeit und der Kunst. Diese Differenzen seien unüberwindbar, wie er selbst oft am eigenen Leib erfahren musste. Er selbst stand stets zwischen seiner Berufstätigkeit und dem kreativen künstlerischen Schaffen. Doch genau mit diesen Gegensätzen schaffte er es, den Übergang von der Spätromantik zur Moderne zu ebenen. Wie sehr er sich stets mit essentiellen Fragen wie Liebe, Tod, Abschied und der übersinnlichen Welt auseinandersetzte, zeigt sein Werk „Das Lied von der Erde“. Er vertonte dabei sogenannte Nachdichtungen von chinesischer Naturlyrik. Verzweiflung, Liebe und auch Tod waren Hauptgegenstand dieser Komposition. Diese Situation spiegelte sich auch in seiner momentanen Lebenssituation wieder: Er selbst wurde immer wieder von Krankheit heimgesucht und im Jahr 1907 starb seine Tochter. Auch seiner Ehefrau Alma, die sich oft anderen Männern zuwandte, widmete er die 10. Und letzte Sinfonie eindrucksvoll mit der Bezeichnung: „Für dich leben, für dich sterben.“. Diese Komposition blieb unvollendet und wurde später von anderen Künstlern vervollständigt.

Seine Werke waren stets sehr emotional geprägt und beeinflussten nicht nur andere Musiker, sondern auch beispielsweise Filmkomponisten wie John Williams oder Ennio Morricone.